Kroatische Reiterei (Quelle Wikipedia)

Kroatische Reiterei(kroatisch Hrvatsko konjaništvo) bzw. Kroatische Reiter oder einfach Kroaten (zeitgenössisch Crabaten bzw. Krabaten), ist ein im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) aufgekommener Sammelbegriff für irreguläre Einheiten der leichten Kavallerie, die aus ost- oder südosteuropäischen Söldnern gebildet wurden. Die Kroatische Reiterei wurde als gesonderte Waffengattung betrachtet.

Die Kroatische Reiterei entwickelte sich im Rahmen der Habsburgischen Militärgrenze und kämpfte im Dreißigjährigen Krieg vor allem unter Wallenstein in den Reihen der kaiserlichen Armee. Während des 17. Jahrhunderts wurden auch in anderen europäischen Staaten kroatische Reiterverbände aufgestellt. Von diesen leitet sich auch der Name des Zauberers Krabat und der Krawatte her. In der Folgezeit verlor sich die Sonderstellung als eigene Waffengattung wieder.

Heute erinnern einige Flurnamen und sogenannte „Kroatenkreuze“ in vielen Regionen Deutschlands an die Kroatischen Reiter, so z. B. in Kevelaer, Saarburg, Schwäbisch Gmünd, Winkelhaid, Eichenberg (bei Suhl) und Altendambach.

Kroatenreiterei        unsere Gruppe
In den kaiserlichen Truppen kämpften neben den regulären Reitereinheiten auch die Kroaten im dreißigjährigen Krieg . Diese wilden Truppen vollbrachten Wunder an Tapferkeit in den Vorpostenkriegen. Häufig traten sie in geschlossenen Verbänden auf und kaum jemand traute den verwegenen Gesellen über den Weg. Wenn es um‘s Beute machen ging, waren die Kroaten immer vorn dabei. Auf Ihrer Fahne prangte ein Wolf und das Motto: Ich dürste nach Beute. Die Reiterei „Kroaten zu Pferd“ tritt heute als eigenständiger Verband bei vielen Festzügen und Mittelalterveranstaltungen auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kroatische Reiterei in anderen Heeren

Bereits während des Dreißigjährigen Krieges dienten Kroaten nicht nur in der kaiserlichen Armee und bei anderen Staaten des katholischen Lagers wie Kurbayern und Spanien, sondern z. B. auch in der dänischen und französischen Armee. Auch einige Zeit nach Kriegsende unterhielten mit den Habsburgern nicht verbundene Staaten noch kroatische Reiterei.

Frankreich

Auf Wunsch von König Louis XIV. wurden am 13. August 1643 durch den Comte Jean de Balthazard aus kroatischen Reitern drei Fremden-Kavallerieregimenter (régiments-etrangér de cavalerie) aufgestellt. Im Jahre 1667 wurden die Reste der drei Regimenter zu einem zusammengefasst, das den Namen „Royal-Cravate cavalerie“ erhielt und in die Linienkavallerie eingegliedert wurde. Das Regiment wirkte mit seinen länglich gebundenen, charakteristischen Halsschleifen später stilbildend für die Herrenmode, in der sie bis heute als Krawatten fortexistieren. Bereits gegen Ende des 17. Jahrhunderts spielte das kroatische Element aber keine Rolle mehr im Regiment. 1761 wurde das „Régiment de Chabrillan cavalerie“ eingegliedert. Auch wenn es weiterhin die Bezeichnung „Royal-Cravates“ führte galt es spätestens seit diesem Zeitpunkt auch offiziell nicht mehr als Fremdenregiment. Von 1791 bis 1803 hieß es „10e regiment de cavalerie“ und von 1803 bis 1940 war es das 10e régiment de cuirassiers, das seit 1971 wieder als inaktives Reserveregiment besteht.

Im Februar 1813 stellte Napoleon in seinen Illyrischen Provinzen ein Kroatisches Husaren-Regiment auf, löste es im November aber bereits wieder auf.


Zeitgenössische Abbildung eines kroatischen Reiters während des Dreißigjährigen Krieges















Kroatische Kriegstracht (mit schwarzer Krawatte) um 1620 im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien












 
Zeitgenössische Darstellung und Beschreibung des Janko Peranski bei einer Parade der Kroatischen Reiter in der Leibgarde des sächsischen Kurfürsten im Jahr 1678: „17. Herr Johann von Peraynsky, Obrist-Lieutenandt von der Leib-Guardie, Cammerherr und Ambts-Hauptmann zu Moritzburg, in einer Leoparden-Haut.“

Als Ausdruck eines absolutistischen Machtanspruchs nach Vorbild des französischen Sonnenkönigs unterhielten auch mittlere und kleinere Fürsten oft im Ausland geworbene und kostspielige Hofgarden. Mit kaiserlicher Genehmigung wurde für die berittene Garde des sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. in Kroatien eine „Leib Compagnie Croaten zu Ross“ angeworben und am 15. März 1660 in Pirna gemustert. Sie zählte 87 Mann mit ebenso viel Pferden, „nämlich 8 Mann 1. Blatt, 37 Knechte, 17 kroatische Edelleute, 25 Einspännige“. Am 1. Oktober 1660 wurde die Einheit um 50 Mann verstärkt und „deren 1. Blatt vermehrt“. Kommandeur war der Rittmeister und spätere Oberstleutnant Graf Janko Peranski († 1689), der für seine Verdienste später zum Kammerherrn sowie Amtmann von Moritzburg ernannt wurde. Insbesondere im Hinblick auf die Kroaten kodifizierte der Kurfürst zur Behebung der mangelhaften Disziplin seiner Kavallerie Dienst, Disziplin und Militärjustiz noch im gleichen Jahr im sogenannten „Reiterrecht“. Die Kroaten erhielten ihren Sold aus der kurfürstlichen Privatschatulle. Als Johann Georg II. im Jahr 1664 eskortiert von seiner kroatischen Garde in den Reichstag zu Regensburg einzog, erregte diese erhebliches Aufsehen. 1666 umfasste die Kompanie 132 Mann, im Jahr 1676 noch 75. Sie wurde schließlich aus Kostengründen vom nachfolgenden Kurfürsten Johann Georg III. 1680 aufgelöst. Ihr wohl bekanntester Angehörige war Johann Schadowitz (1624–1704),

 der als historische Vorlage der sorbischen Sagengestalt Krabat gilt.